Stadtverband Vallendar

Führung durch die Höhrer Löcher

CDU-Senioren-Union Vallendar (SU)                                                                                                                                                

Mit der CDU durch eine gesellige und informative Programmwoche

Sommerfest im Marienburgpark – Besichtigung der ehemaligen Tongrube –
Besuch des Bundesministers der Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble und Julia Klöckner, der Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2011.

Über das gelungene CDU-Sommerfest wurde bereits berichtet. Der Besuch von Herrn Dr. Schäuble und Julia Klöckner in der WHU im Rahmen der Woche des Mittelstandes, eingeladen von der CDU Rheinland-Pfalz, wird an anderer Stelle ge-schrieben werden.
Die Rahmenbedingungen für die Veranstaltung der Senioren-Union „Führung durch die Höhrer Löcher“ konnten besser nicht sein: keine große Trockenheit; sonst hätten die im drei-Minutentakt  in die ehemalige Tongrube einfahrenden LKW mit ihrer Ladung von unbelastetem Erdaushub (z.B. von der BUGA-Baustelle) die Besucher in dicke Staubwolken gehüllt. Andererseits hätte starker Regen die Er-kundungswege in Matsch verwandelt.
Unter diesen günstigen Voraussetzungen konnten die Herren Scherer und Röhrig des Scherer-Firmengeschäftszweigs „Baustoffe und Spedition“ ihre Tätigkeit und ih-re vertraglichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Verfüllung und Renatu-rierung der im Eigentum der Stadt Vallendar stehenden ehemaligen Tongrube er-läutern. Die Fa. Scherer ist seit gut zehn Jahren deren Pächterin.
Die Ausbeute der Höhrer Löcher geht mindestens bis in das Jahr 1672 zurück, als es in Vallendar 41 Eulermeister (Krug- und Kannebäcker) gab. Noch heute erinnert die „Eulerstraße“ daran. Nachgewiesen ist auch die Produktion von Porzellan, Ton-pfeifen und feuerfestem Steinzeug. Eine ehemals vorhandene elektrische Werk-bahn wurde inzwischen stillgelegt. Der Vallendarer Hafen und die Schifffahrt er-langten ihre Bedeutung durch die Tongewinnung und die Tonwarenproduktion, die auch im Westerwald blühte.
Allein durch das Einbringen von Erdaushub in Terrassenform sollte nunmehr ge-währleistet sein, dass die durch den einstigen Ton-Abbau entstandenen Steilhänge und Böschungen gesichert werden. Die Bergaufsicht des Landesamtes für Geolo-gie und Bergbau ist zuständig für die  geo- und umwelttechnische Überwachung der eingebrachten Massen und die Qualität des Wassers im 10 m tiefen See. Das von der Firma Scherer mit dem Rekultivierungsplan (Abschlussbetriebsplan) be-auftrage bodenmechanische Labor hat allerdings durch Bohrungen festgestellt, dass lokale Rutschungen, bedingt durch den tonhaltigen Untergrund und den auf-gelasteten Erdaushub, entstanden sind.  Herr Scherer bedauerte die strengen Richtlinien der rheinland-pfälzischen Behörde hinsichtlich des zugelassenen Mate-rials zur Verfüllung der Grube. Bauschutt oder felsstückiges Material würde die Auffüllung beschleunigen und die Standsicherheit der Hänge besser gewährleisten. Auf Kosten der Firma werde zur Verhinderung des weiteren Rutschens nun eine Dammvorschüttung erforderlich. Der tiefe, nachweislich unbelastete See müsse zu einem Biotop abgeflacht werden, um den Lebensraum des Frosches zu erhalten. Scherer befürchtet eine weitere Verschärfung der Auflagen durch die geplante Bundesbodenschutzrichtlinie. Für den Fall müssten seine 30 LKW die in 60 km Entfernung liegende Deponie anfahren, was zu einer erheblichen Verteuerung durch die Spritkosten wegen des größeren Radius und die begrenzten Lenkzeiten der Fahrer kommen würde. Das wiederum würde die Einnahmen der Grubenbesit-zer schmälern. Obwohl das Gelände der Höhrer Löcher im Sommer gern als Bade- und Freizeitrevier angesehen wird, kann es die Firma Scherer als Pächterin wegen ihrer Haftung auf Grund der Verkehrssicherungspflicht nicht offen halten.
Herr Münz, Vorsitzender der Senioren-Union, bedankte sich im Namen aller inte-ressierten Zuhörer für die umfangreichen Informationen. Um die Westerwaldstraße vom Durchgangsverkehr der Scherer-Lava-LKW teilweise zu entlasten, bat er, dass die Transporter von Neuwied und aus dem Westerwald über die Autobahn die Ton-grube anfahren sollten.
Auf dem Weg zur stärkenden Einkehr in die Bembermühle erläuterte Revierförster Kern seine Planungen in einem „Ernte reifen“ Fichtenholzbestand und zeigte das Ergebnis einer Aufforstung im gegenüberliegenden Waldstück. Viele Fragen be-antwortete er noch bei Tisch im Lokal.

Herr Scherer hat aufmerksame, nachdenkliche Zuhörer
Für die forstrechtlichen Belange ist Revierförster Kern die Kontaktperson
Blick auf den noch tiefen See und die gegenüberliegenden bereits renaturierten Flächen
Ehrenbürger Toni Kahl u. Herr Neumann, ehemals Leiter der VHS Vallendar, im Gespräch mit dem Firmenchef
Hier wird die Ladung gewogen und von oben her kontrolliert